SAP hat angekündigt, die SAP Cloud Identity Services – Identity Provisioning (IPS) SCIM API Version 1 zum 30. November 2026 außer Betrieb zu nehmen. Unternehmen, die SAP Cloud Identity Services und Identity Provisioning einsetzen, sollten daher frühzeitig prüfen, ob ihre bestehenden Integrationen von dieser Änderung betroffen sind und eine Migration auf die Nachfolgelösung erforderlich wird.
Was bedeutet die Abkündigung?
Mit der Abschaltung der bisherigen Identity Authentication SCIM API Version 1 verfolgt SAP die strategische Weiterentwicklung der SAP Cloud Identity Services. Künftig soll stattdessen die Identity Directory SCIM API verwendet werden, die in SAP Identity Provisioning als SCIM API Version 2 bereitgestellt wird.
Nach dem Stichtag am 30. November 2026 werden Integrationen, die weiterhin die bisherige API-Version nutzen, nicht mehr unterstützt. SAP konkretisiert hierbei zwar, dass an dem Tag die Services nicht sofort abgeschaltet werden, behält sich jedoch vor, die Abschaltung jederzeit nach diesem Datum vorzunehmen. Unternehmen sollten daher rechtzeitig prüfen, ob Anpassungen an ihren Identitäts- und Provisionierungsprozessen erforderlich sind.

Welche Systeme können betroffen sein?
Betroffen sind insbesondere Konfigurationen in SAP Identity Provisioning Services (IPS), bei denen Identity Authentication als Source System (SuccessFactors Standard), Target System oder Proxy System eingesetzt wird.
Ein wichtiger Indikator ist die Systemeigenschaft ias.api.version:
ias.api.version = 1oder Property nicht vorhanden→ Nutzung der alten SCIM API Version 1, Handlungsbedarf!ias.api.version = 2→ Nutzung der aktuellen SCIM API V2, kein Handlungsbedarf.
Besonders betroffen sind häufig ältere IPS-Konfigurationen, die vor Juli 2021 ausgeliefert wurden.

Warum sollte die Migration nicht unterschätzt werden?
Auf den ersten Blick scheint die Umstellung lediglich aus einer Anpassung einer Systemeigenschaft zu bestehen. Tatsächlich bringt die neue API-Version jedoch einige technische Änderungen mit sich, die je nach Integrationsszenario berücksichtigt werden müssen.
Zu den wichtigsten Änderungen gehören:
- Unterstützung von zusätzlichen Funktionen wie Delta Read Mode und erweitertem Paging
- Verbesserte Verarbeitung von Gruppen und Gruppenmitgliedschaften
- Unterstützung von Custom Attributes
- Erweiterte Unterstützung von PATCH-Operationen für Proxy-Systeme
- Wechsel von Legacy-IDs auf UUID-basierte Objekt-IDs.
Unternehmen, die individuelle Transformationen oder spezielle Provisionierungslogiken implementiert haben, sollten diese im Rahmen der Migration besonders sorgfältig überprüfen.
Fazit
Die Abschaltung der Identity Provisioning SCIM API Version 1 zum 30. November 2026 betrifft zahlreiche bestehende SAP Cloud Identity Services-Integrationen. Insbesondere ältere IPS-Konfigurationen sollten zeitnah überprüft werden, da eine fehlende Versionsangabe ebenfalls als Nutzung der alten API interpretiert wird.
Da die Migration neben einer technischen Umstellung auch Auswirkungen auf Transformationen, Gruppenverarbeitung, IDs und mögliche Direktintegrationen haben kann, empfiehlt sich eine frühzeitige Analyse und Planung. Unternehmen, die bereits heute aktiv werden, vermeiden Zeitdruck kurz vor dem Abschaltdatum und stellen einen reibungslosen Betrieb ihrer Identitäts- und Provisionierungsprozesse sicher.
Sie möchten wissen, ob Ihre IPS-Landschaft betroffen ist? Gerne unterstützen wir Sie bei der Analyse bestehender Konfigurationen sowie bei der Planung und Durchführung der Migration auf die Identity Directory SCIM API.

Matthias Schmitt arbeitet bei ORBIS People im Bereich SAP SuccessFactors mit den Schwerpunkten Employee Central, Cloud Identity Services & Plattform.
